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Offener Brief #DecolonizeHeidelberg, 20 Juli 2020

Triggerwarnung – in diesem Brief werden Begriffe und Narrative verwendet, die rassistische Stereotype reproduzieren.

Am 7. Juli diesen Jahres berichtete die RNZ über zwei Stellen in Heidelberg, die rassistische Stereotype reproduzieren: die Kneipe “Der Mohr” sowie die lebensgroße  Figur im Schaufenster von “Scheurings Tabakladen”, die rassistische und koloniale Denkmuster  fortführen . Anders als der Titel vermuten lässt, hat Heidelberg nicht “jetzt [eine] “Mohren”-Debatte”, sondern es wird den Menschen Aufmerksamkeit geschenkt, die den offensichtlichen Rassismus benennen, der auch tief in die Geschichte unserer Stadt eingeschrieben ist. Die Frage ist nicht nur, ob das Wort verwendet werden sollte oder nicht, vielmehr geht es darum, ob wir den zugrunde liegenden Rassismus akzeptieren oder nicht. Heidelberg sollte sich ein Beispiel an anderen Städten nehmen: Aufgrund der rassistischen Bedeutung haben die Berliner Verkehrsbetriebe angekündigt den U-Bahnhof “Mohrenstraße” umzubenennen, genauso wie eine Apotheke in Kiel.

Der Rassismus liegt bereits in der Wurzel des kolonialistisch geprägten Wortes: Der Begriff „Mohr“ stammt einerseits von dem griechischen Wort moros “dumm, töricht, gottlos, einfältig” und leitet sich außerdem von dem lateinischen Wort maurus “schwarz, dunkel, afrikanisch” ab. Neben des bereits rassisitischen Wortursprungs steht die Verwendung des Wortes in einer Tradition der Abwertung und Objektifizierung von Schwarzen¹ Menschen.  Dabei ist nicht relevant, wer genau durch dieses Wort beschrieben wird, sondern dass durch diese Fremdzuschreibung die Versklavung und Ausbeutung Schwarzer Menschen weltweit legitimiert wurde.

Auch bei „Scheurings Tabakladen“ wird diese rassistische Praxis zu Marketingzwecken im Ladenschild sowie durch eine lebensgroße Figur genutzt. Die Figur reproduziert kolonialistische Strukturen, die den Rassismus von heute maßgeblich geprägt haben: Nicht-weiße² Menschen wurden und werden zu “exotischen” und “niederen” Menschen gemacht, welche für den Wohlstand europäischer Kolonialmächte und Konsum europäischer Gesellschaften ausgebeutet und erniedrigt wurden. Auch in Heidelberg gab es Völkerschauen – Veranstaltungen wie “Menschenzoos” –  in denen deutschlandweit rund 35.000 Schwarze Menschen wie Tiere vorgeführt und erniedrigt wurden. Sie wurden als “exotisch” und “wild” dargestellt, um die Hierarchisierung von Menschen zu rechtfertigen und somit auch den Kolonialismus. Und genau dieses Bild trägt die Figur im Schaufenster von „Scheurings Tabakladen“  in die heutige Gesellschaft und den städtischen Raum Heidelbergs. 

In beiden Fällen – der Gaststätte “Mohr” sowie die Verbildlichung dieser rassistischen Fremdzuschreibung in Form einer lebensgroßen Figur in “Scheurings Tabakladen” – ist es letztlich irrelevant, ob dies als rassistische Verletzung intendiert ist oder nicht. Entscheidend ist, dass Schwarze Menschen davon angegriffen und rassistisch beleidigt werden. Die Berechtigung der Anzeige wegen Beleidigung liegt also auf der Hand. 

Wir möchten keine einzelnen Menschen verurteilen, sondern auf rassistische Strukturen aufmerksam machen, um diese gemeinsam abzubauen, um so die Rassismuserfahrungen von Schwarzen Menschen in unserer Stadt ernstzunehmen. Rassismus kann von weißen Menschen nicht nachempfunden werden, denn die jahrhundertelange Geschichte der Erhebung weißer Menschen über nicht-Weiße kann nicht umgekehrt werden. Wir appellieren daher an alle Menschen, die in Zusammenhang mit dieser Sache stehen, auf die Expertise von Menschen, die im Bereich Antirassismus arbeiten und auf Menschen mit Rassismuserfahrungen, zu hören. 

Konkret fordern wir die Änderung des Namens der Gaststätte “Gasthaus Zum Mohren“ und die Entfernung des Schriftzugs auf dem Gebäude. Des Weiteren fordern wir die Entfernung der rassistischen Figur und des Landenschilds von Tabak Scheuring. Wir fordern Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister und die Mitglieder des Gemeinderat dazu auf, die Entmenschlichung und Ausbeutung als Schwarz konstruierter Menschen anzuerkennen und sich gegen ein Fortwirken dieser Fremdbilder im städtischen Raum Heidelbergs einzusetzen. Wir fordern, dass die Kolonialgeschichte Heidelbergs auch von offiziellen Stellen aufgearbeitet wird. Wir wünschen uns eine Stadt, die Rassismuserfahrungen ihrer Bürger*innen ernst nimmt und keine Diskussion über die Intention einzelner Akteur*innen ins Zentrum der Debatte stellt. Zentrum der Debatte ist die Frage, ob wir Rassismus reproduzieren möchten oder nicht. Dass er existiert, sollte in unserer Gesellschaft längst anerkannt sein.

Die Stadt trägt die Verantwortung all ihre Bürger*innen zu schützen, insbesondere die, die Diskriminierung und Ausgrenzung im städtischen Raum in Heidelberg erfahren. Diese Debatte ist nicht theoretisch und es geht nicht um die politisch korrekte Wortwahl. Es geht um die Verantwortung unserer Stadt, die Menschenwürde all ihrer Bürger*innen, egal welche Hautfarbe oder Herkunft ihnen zugeschrieben wird, zu schützen.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter heidelberg@migrationhub.network zur Verfügung.

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¹ “Schwarz” ist keine Beschreibung einer Hautfarbe, sondern eine politische Selbstbezeichnung, die gesellschaftspolitische Zugehörigkeiten deutlich macht. Im Unterschied zu der Farbe wird das Wort hier groß geschrieben.

² Der Begriff “weiß” beschreibt hier keine Hautfarbe. Gemeint ist damit eine gesellschaftspolitische Norm und Machtposition. Um dies deutlich zu machen wird der Begriff kursiv geschrieben.

Anti-Rassismus Netzwerktreffen, 5. Juni 2020

Am 5. Juni fand das erste Anti-Rassismus Netzwerktreffen statt. Mit voller Kraft nach dem Tag des Widerstandes am 8. Mai 2020 haben wir uns getroffen, um die Antirassismusarbeit in Heidelberg in den Fokus zunehmen. Wir halten an der Idee einer Bewegung fest, die von Menschen mit Rassismuserfahrung angestoßen aber von allen mitgetragen wird.

So kamen viele unterschiedliche Initiativen und Akteur*innen aus Heidelberg im digitalen Raum über Zoom zusammen, um gemeinsam darüber nachzudenken, was die Antirassismusarbeit in Heidelberg braucht und wie die Forderungen vom 8. Mai langfristig umgesetzt werden können.

Zu Beginn wurde die Frage gestellt was es für die Teilnehmenden bedeutet rassistisch zu sein. Die Antworten wurden in einem Dokument gesammelt. Daraufhin wurden mehrere Gruppen gebildet, und die Teilnehmenden konnten sich unter der Moderation eines Migration Hub Mitglieds über folgende drei Fragen austauschen:

  1. Upfuck: Was frustriert?
  2. Well done: Worauf bin ich stolz? Was wurde bisher erreicht?
  3. Wünsch dir was: Was wünsche/erwarte ich für die Zukunft?

Die Ergebnisse waren wertvoll, die Teilnehmenden konnten von ihren eigenen Erfahrungen berichten und sich mit anderen austauschen. Ein nächstes Treffen ist auf jeden Fall schon geplant! #KeinSchlussstrich

Internen Workshop über Tabu, 18. Mai 2020

Am 18. Mai 2020 trafen wir uns zu einem internen Workshop über Tabus, den unsere Praktikantin Julianne Lopes vorbereitet hatte. Sie forscht zu diesem Thema und dessen Auswirkungen auf unser tägliches Leben und beschloss daher, in die Geschichte des Wortes und die Studien darüber einzutauchen und natürlich ihre eigenen Tabus und die Tabus des Teams zu thematisieren.

Das Ergebnis war ein Workshop, in dem die Teilnehmer*innen die Gelegenheit hatten, über verschiedene gesellschaftliche Normen zu diskutieren und darüber, wie sich die Bedeutung des Wortes Tabu von seinem polynesischen Ursprung bis zu seiner heutigen Verwendung entwickelt hat. Das Team untersuchte auch die Verbindungen zwischen Tabus und Macht und gab Beispiele für Tabus aus ihrer Kultur und/oder Religion.

Für unsere Arbeit bei Migration Hub Heidelberg schuf der Workshop einen sicheren Raum, um über Themen zu sprechen, die für viele Kulturen und Religionen als verboten und/oder heilig gelten. Der erste Schritt war die Anerkennung unserer eigenen Grenzen und Begrenzungen, um die Empathie zu stärken. Dies ist ein wichtiger erster Schritt, um in der Lage zu sein, den Menschen und Initiativen, für die und mit denen wir arbeiten, denselben sicheren Raum zu bieten.

Tag des Widerstands in Heidelberg, 08 Mai 2020

Am 8. Mai 2020 fanden von Kiel bis nach Heidelberg deutschlandweit Aktionen und Proteste im Rahmen des Tag des Widerstandes statt. Hierbei mobilisierten sich migrantische Organisationen sowie solidarische Gruppen, um anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung vom NS-Regime auf den in Deutschland noch immer anhaltenden Rassismus und die Gefahr, welche von rechts-politischem Terror ausgeht, hinzuweisen und an die Opfer rassistisch motivierter Gewaltakte zu erinnern.

Auch wir beteiligten uns gemeinsam mit anderen Initiativen: Am Bismarckplatz, Uniplatz und Kornmarkt warteten Gedenkstätten auf die Bewohner*innen und Besucher*innen Heidelbergs, um an die am 19. Februar 2020 in Hanau von einem Rassisten ermordeten Menschen zu erinnern; die Schaufenster etlicher Läden – viele von Bürger*innen mit Migrationsgeschichte geführt –  waren plakatiert mit Grafiken und Listen der Namen dieser Opfer rechten Terrors; von Handschuhsheim bis Rohrbach verzierten die Protestrufe “Hanau war kein Einzelfall” und “Kein Vergessen – Kein Schlussstrich” den Boden der Stadt. Wir haben den städtischen Raum für diesen Tag eingenommen, um auf Rassismus aufmerksam zu machen. Wir sind beeindruckt, wie wir gemeinsam als Heidelberger Zivilgesellschaft diesen Tag in so kurzer Zeit gestalten konnten. 

Wir danken allen, die dazu beigetragen haben, sei es mit Gedenkstätten, Plakaten, Blumen, durch Teilen, Liken oder mit ihrer Aufmerksamkeit, die sie dieser Sache schenkten. Durch Heidelberg zu laufen und die Namen und Gesichter von Ferhat, Said, Kalojan, Gökhan, Mercedes, Vili, Hamza, Sedat and Fatih an Schaufenstern, Denkmälern und Wänden zu sehen, war unglaublich. 

Ein großes DANKE geht an Mosaik Deutschland, Chancen Gestalten, den Deutsch-Afrikanischen Verein, Eine-Welt-Zentrum, Über den Tellerrand Heidelberg und die Freie Basisgewerkschaft. Wir haben gemeinsam unser Ziel erreicht: Passant*innen wurden neugierig, blieben stehen, redeten miteinander. Genau das war auch die Absicht: das Bewusstsein für die Gefahr des Rassismus und die Erinnerung an Opfer rechter Gewalt darf nicht eine Sache von Menschen mit Migrationsgeschichte, jüdischen Menschen, Sinti*ze und Rom*nja, Schwarzen Menschen, People of Colour und BIPoC sein – sie betrifft uns alle.

Die Trauer über die Menschenleben, die wir an rassistische Ideologien verloren haben, von denen wir seit über 75 Jahren noch nicht befreit sind und es auch lange nicht sein werden, muss in den öffentlichen Raum getragen werden. Rassismus ist ein Problem der gesamten Gesellschaft, denn es sind alle betroffen. Deswegen liegt es an allen, das Gedenken an die Opfer aufrechtzuerhalten und gemeinsam und stetig die notwendigen Veränderungen einzufordern. Am 8. Mai haben wir ein wichtiges Zeichen gesetzt – jetzt muss die Arbeit weitergehen!

Vorbereitungen für den Tag des Widerstands in Heidelberg 

Am 19. Februar 2020 wurden in Hanau 9 Menschen von einem Rassisten erschossen. Die Namen der Ermordeten sind: 

Ferhat Unvar

Gökhan Gültekin Hamza Kurtović

Said Nesar Hasehmi

Mercedes Kierpacz

Sedat Gürbüz

Kalojan Velkow Vili Viorel Păun

Fatih Saraçoğlu

Hanau ist nun über zwei Monate her und wurde, ähnlich wie andere vergangene rassistische Gewaltakte, schnell aus dem kollektiven Bewusstsein verdrängt. Doch für betroffene Menschen, also Menschen mit Migrationsgeschichte, jüdische Menschen, Sinti*ze und Rom*nja, Schwarze Menschen, People of Colour und BIPoC, ist eine Verdrängung nicht möglich; die Trauer wirkt nach und die Gefahr Opfer von Rassismus zu sein bleibt bestehen und wird in einem solchen Ausnahmezustand wie durch die gegenwärtige Pandemie lediglich verstärkt.

Daher riefen migrantische Selbstorganisationen in Hanau für den 08. Mai 2020 zu einem Tag des Widerstandes auf. Sie fordern alle von Rassismus betroffenen Menschen und alle solidarischen Menschen auf, öffentlich gegen den anhaltenden rassistischen Terror ein Zeichen zu setzen. Auch wir sind solidarisch mit allen Betroffenen rassistischer Gewalt und möchten uns am 08. Mai klar positionieren und ein gemeinsames Zeichen gegen Rassismus setzen. Die Familien der Opfer haben schon konkrete Forderungen formuliert, so z.B. Serpil Temiz, die Mutter von Ferhat Unvar, die eine vollständige Aufklärung der Tat, lebenslange Unterstützung der Familien der Opfer und die Gründung einer staatlich geförderten Stiftung gegen Rassismus fordert.

Unsere weiteren Forderungen, basierend auf den Forderungen des Streikbündnisses, sind:

  1. Schnelle, bedingungslose, angemessene und niedrigschwellige finanzielle Entschädigungen für Opfer und Angehörige rechter, antisemitischer, anti-Schwarzer, anti-Rom_nja- und Sinte_zzi, antimuslimischer- und anderer Formen rassistischer Gewalt
  2. Schnelle, bedingungslose, angemessene und niedrigschwellige Hilfe für Opfer, Angehörige und Zeug_innen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, Diskriminierung und Verfolgung auf allen Ebenen
  3. Schutz von Versammlungsstätten und Gebetsräumen rassifizierter Menschen und von jüdischen Communities
  4. Verbindliche, staatlich nicht weisungsbefugte Kommissionen gegen Rassismus und Antisemitismus, die zivilgesellschaftlich und von Betroffenen organisiert sind
  5. Vollständige Aufklärung der NSU-Morde, Freigabe und Offenlegung aller unter Verschluss gehaltenen Akten, konsequente Verfolgung aller Akteur*innen, Unterstützenden und Mitwissenden, sowie die Einrichtung von Untersuchungsausschüssen in allen Bundesländern
  6. Aufklärung aller Angriffe, Tötungen und anderer Gewaltakte die sich gegen rassifizierte Menschen, Schwarze Menschen, Geflüchtete, Migrant_innen, Muslim_innen, Juden und Jüd_innen richten
  7. Konsequente Aufklärung aller ungeklärten Todesfälle in Polizei-, Justiz- und Staatsgewahrsam und Entschädigung der hinterbliebenen Familien, z.B. Tonou Mbobda, Yaya Jabbi, Achidi John, N’deye Mareame Sarr, Christy Schwundeck, Oury Jalloh u.a.
  8. Beendigung von Racial Profiling-Praktiken bei Polizeien, Gerichten und Behörden. Stärkung der Rechte von Opfern von Racial Profiling und konsequente Ahndung von Racial Profiling
  9. Schaffung von qualitativen Erhebungen zur Nachvollziehbarkeit systemischer Rassismen im staatlichen Handeln von Ämtern, Behörden und Gerichten, sowie in Schulen, auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt
  10. Die deutschlandweit flächendeckende Aufstockung und Regelfinanzierung für  Beratungsangebote für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
  11. Obligatorische rassismus- und antisemitismuskritische Aus- und Weiterbildungen für alle Akteure in Behörden, Polizei und Justiz, sowie im Bildungswesen
  12. Obligatorische und verbindliche Verankerung von Unterrichtseinheiten zu Kolonialismus und Neo-Kolonialismus, den historischen Wurzeln von Rassismus, Antisemitismus und ihrer verschiedenen historischen Entwicklungsformen und kontinuierlichen Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft, sowie der Auswirkungen von Privilegien in Lehr-, Ausbildungs- und Weiterbildungsplänen von Kitas, Schulen, Universitäten und Behörden
  13. Eine stärkere Positionierung der Stadt Heidelberg gegen Rassismus 
  14. Stärkung der städtischen und zivilgesellschaftlichen Unterstützungsstrukturen für die Betroffenen von rassistischer Gewalt in Heidelberg
  15. Stärkere finanzielle Unterstützung von migrantischer Selbstorganisation in Heidelberg

Damit diese Forderungen an den richtigen Stellen ankommen und das Geschehene nicht vergessen wird, brauchen wir Euch! Macht mit und werdet Teil der Aktion am 08. Mai 2020! 

Wie könnt ihr Euch an diesem Tag beteiligen?

Baut Gedenkstätten

  • baut kleine Gedenkstätten vor eurer Türe und vor euren Geschäften für die Opfer von Hanau

Protest vom Fenster/Balkon aus

  • Hängt eure Schilder, Plakate mit unseren Forderungen ans Fenster, vom Balkon

Gedenkminute

  • stellt um 21:30 Uhr Kerzen an eure Fenster und haltet eine Schweigeminute 

Macht Bilder eurer Aktionen und nutzt diese Hashtags

  • #HanauWarKeinEinzelfall #Wirtrauern #080520 #TagDesWiderstandes #SayTheirNames #KeinVergessen #KeinSchlussstrich

Wir schließen uns zusammen gegen Rassismus und Antisemitismus! Komm vorbei! Wir machen zusammen weiter! Wir laden Euch zu einem ersten Treffen am 5. Juni 2020 um 18 Uhr ein, um unser weiteres Vorgehen zur Umsetzung unserer Forderungen zu besprechen. 

Wenn ihr Fragen habt, Materialien oder Schablonen für den 08. Mai braucht, schreibt uns gerne an heidelberg@migrationhub.network oder auf Facebook: Migration Hub Heidelberg

Diese Aktion wird koordiniert von Migration Hub Heidelberg und findet in Kooperation mit Mosaik Deutschland e.V. statt. Unterstützt durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ statt.

Weitere Informationen zum deutschlandweiten Generalstreik: https://wirstreiken0805.wordpress.com/english/

Der 5. Bundeskongress der neuen deutschen Organisation, Februar 2020 

Das diesjährige Motto – WE: Present Democracy 

Am 21. Februar, einen Tag nach dem schrecklichen Terroranschlag in Hanau, trafen wir mit ca. 400 Teilnehmer*innen in der Kalkscheune Berlin ein –  alles Menschen, die wissen, dass es auch sie hätte treffen können. Fast alle waren wir BIPoC (Black, Indigenous and People of Color) oder haben eine Migrationsgeschichte/ haben Migrationserfahrung. Tagtäglich setzen wir unsfür eine Gesellschaft ein, in der Hanau nicht passiert wäre. Während wir und die anderen Teilnehmer*innen einzeln oder in Gruppen den Raum füllten, setzte sich Spannung und Trauer gleichzeitig zwischen uns: was passiert ist, tut uns weh, wir sind froh hier zu sein, wir haben Angst, es tut gut, diese Gesichter um uns herum zu sehen. Eine komplizierte Atmosphäre an einem sehr komplizierten Tag. 

Trotz all dem hat das „postmigrantische Gipfeltreffen“ – wie die Organisatoren es nennen – es geschafft, dieses Paradox innerhalb eines Tages in Wärme und Kraft zu verwandeln. Das gelang an erster Stelle, weil die Organisator*innen die Geschehnisse nicht ignorierten. Im Gegenteil, die Konferenz begann anders als geplant mit einem offenen Dialog. Der Vorstand der ndo gab den Teilnehmer*innen die Zeit und Möglichkeit, ihren Frust, ihre Angst und ihre Wut zu teilen. Sie schafften einen Safe Space und gaben den Anwesenden Raum zum Trauern. Nur so war es möglich, im Schatten von Hanau überhaupt weiterzumachen. An dieser Stelle: Danke dafür! 

Es folgten spannende Podiumsdiskussionen und Reden mit internationalen Gästen, darunter Simon Woolley. Der Aktivist aus Großbritannien ermutigte in seiner Key Note Speech die Teilnehmer*innen, nicht nach Gerechtigkeit zu fragen, sondern diese zu fordern. Woolley appellierte an die Anwesenden, den Schmerz, den sie spüren in etwas besonderes umzuwandeln und die gebündelte Kraft des Netzwerkes auszunutzen, um eine kollektive Reaktion zu formulieren. Auch Naika Foroutan forderte, den Moment zu nutzen und jetzt erst recht nach neuen Wegen und Formen des Widerstandes zu suchen. Diese könnten von solidarischen Bündnissen bis hin zur Idee der Gründung einer Partei für die Interessenvertretung von BIPoC in Deutschland reichen. 

Für Humor und Freude sorgte insbesondere die Moderation von Idil Baydar, die unter dem Künstlernamen „Jilet Ayse“ bekannt ist. Mit kritischen Fragen fühlte sie den Podiumsgästen auf den Zahn und stellte mit Geschick all jene Personen an den Pranger, die Entscheidungspositionen innehaben. Mit Idils Moderation fühlten wir uns sicher, gesehen und, ja, mächtig. Sie führte vor, wie im Bestreben um eine rassismusfreie Gesellschaft Wut und Bestimmtheit neben Empathie und Feingefühl funktionieren können. 

Der zweite Tage der Konferenz war für Netzwerken reserviert. Die ndo versteht sich in erster Linie nämlich als ein Netzwerk verschiedenster (post)migrantischer Vereine, Organisationen und Projekte aus ganz Deutschland – die Synergien eines solchen Bündnisses sollten wir nun erleben. In einem Open Space Format legten Teilnehmer*innen die Agenda des Tages selbst fest: Wir brachten unsere eigenen Anliegen und Fragen ein und fanden in kleineren Runden von Interessierten zum Austausch zusammen. Hierbei kamen Themen auf wie “Kollektives Trauma – Wie können wir mehr Selfcare für uns schaffen?”, “Nachhaltige Strukturen entwickeln”, “Wie sieht solidarische Antirassismusarbeit aus?”, “Chancengleichheit in der Bildung” und vieles mehr. Es war sehr bereichernd die Anliegen aus der eigenen Vereinsarbeit aus Heidelberg nach Berlin zu tragen, dort mit Engagierten und Aktivist*innen mit teils jahrzehntelanger Erfahrung zu besprechen und von jüngeren Gruppierungen frische Perspektiven zu gewinnen. 

Wir haben in den zwei Tagen des Bundeskongresses nicht nur Bestärkung und Gemeinschaft erlebt, sondern nehmen für unsere Arbeit noch viel mehr mit: praktische Handlungsempfehlungen, Kontakte und Ideen. Uns wurde vor Augen geführt, wie viele Menschen tagtäglich den Kampf für eine faire und freie Gesellschaft still und laut, sichtbar und unsichtbar weitertragen. So viele Menschen engagieren sich an allen Fronten, sei es in der Bildung, Justiz oder Wissenschaft gegen Rassismus und für ein diskriminierungsfreies Deutschland. Das motiviert uns, gemeinsam mit ihnen weiterzumachen. Diese Allianzen sind unabdingbar, und wir als Migration Hub Heidelberg sind froh, eine solche Community in den neuen deutschen organisationen gefunden zu haben! 

Willst auch Du Mitglied des ndo Netzwerkes werden? Teil des Netzwerks der ndo können Organisationen und Initiativen werden, die

  • unter ihren Mitgliedern, im Vorstand und der Geschäftsstelle mehrheitlich People of Color, Schwarze Menschen oder andere sind, die als fremd markiert oder nicht-deutsch wahrgenommen werden und sich als integraler Bestandteil der bundesdeutschen Gesellschaft verstehen.
  • sich für eine inklusive Gesellschaft, gleichberechtigte Teilhabe und Chancengerechtigkeit einsetzen,
  • sich gegen Rassismus, nationalen Chauvinismus, Antisemitismus, Gewalt sowie jegliche Diskriminierung aufgrund von Religion und Weltanschauung, der ethnischen Herkunft, der sexuellen Orientierung, des Geschlechts, des sozialen Status, des Alters und Behinderungen wenden.  
  • jegliche Gewaltanwendungen zur Lösung von Problemen ablehnen.

Mehr Infos unter https://neuedeutsche.org/de/ueber-uns/mitmachen/.

Internal Education Event “Workshop Machtverhältnisse“, Januar 2020

Alle sechs Wochen das Team von Migration Hub Heidelberg sitzt zusammen für einen Internal Education Event. Die Idee dahinter ist, außer ein Training für unseres Personal bereitzustellen, das Engagement der Mitglieder zu erhöhen, welche Themen vorschlagen können und das Event organisieren und ausrichten. Im Januar, war unsere damalige Praktikantin Victoria dran, die einen Workshop über Machtverhältnisse organisierte, ein Subjekt was von unserer ersten Vorsitzende Kübra vorgeschlagen wurde.

Im ersten Teil des Workshops diskutierten die Teilnehmer den Subjekt gebundenen Wortschatz und die Definition von Begriffe wie “Macht”, “Privileg” und “Oppression”. Der nächste Schritt war, zusammen das Ziel des Events zu entscheiden: die Beziehung zwischen Macht und Privileg zu verstehen und wie man sein eigenes Privileg nutzen soll für den Vorteil derjenige die es nicht geniessen. Die nächste Aktivitäten luden die Teilnehmer ein, ihre Identitäten zu teilen – persönlich und sozial -, und führende Fragen zu antworten wie: “Welches Teil deiner Identität erfährt Oppression am meisten?”.

Die Ergebnisse waren wertvoll, die Teilnehmer lernten mehr über sich selbst, seine Kollegen und nahmen die Unterschiede im Team wahr, im Verständnis dass es möglich ist, gleichzeitig Privilegien zu genießen aber auch Oppressionen zu erfahren. Um das Workshop zur Ende zu bringen, tauschten sich die Teilnehmer aus über wie man sein eigenes Privileg nutzen kann um sich gegenseitig zu unterstützen, als Team, als Organisation und als Menschen.

Treffen des “Heidelberger Netzwerk für Flucht und Migration”, Oktober 2019

Am 21.10.2019 fand im Makerspace des DAI unser 5. Networking Event statt, bei dem 16 Personen aus 9 Initiativen teilnahmen: Mosaik Deutschland, Chancen gestalten Heidelberg, Amt für Chancengleichheit, Diakonie Heidelberg, Asylarbeitskreis Heidelberg, Deutsch-Afrikanischer Verein, Agentur für Arbeit Heidelberg, Über den Tellerrand Heidelberg, Mehrgenerationenhaus Heidelberg

Nachdem die einzelnen Initiativen ihre Neuigkeiten mitgeteilt hatten. teilten wir uns in Kleingruppen auf um das Thema “why networking?” zu besprechen. Die Ergebnisse des Brainstormings wurden geteilt um uns ein stärkeres Gefühl der Zusammenarbeit zu ermöglichen. Nach all dem positiven Feedback saßen wir noch bei gutem Essen zusammen.

Wir möchten uns bei allen teilnehmenden Initiativen bedanken und freuen uns darauf, euch wiederzusehen!



Music Tank, September 2019

“Ich bin in Heidelberg angekommen und habe kein Klavier. Ich vermisse es, Musik zu spielen und mit Freunden zusammen zu spielen. Ich kenne nicht wirklich viele Orte, an denen ich Musik machen kann.” So begann unsere Sommerpraktikantin Michelle, eine Migrantin aus Hongkong, ihr Projekt: Music Tank. Es bietet Menschen eine Plattform, auf der Menschen ihre Musik teilen können und die Musiker und Publikum verbindet.

Am 20. September veranstalteten wir Music Tank, einen Musikaustauschabend im Palais Rischer Heidelberg bei der diverse Musiker auftraten. Wir hatten kantonesische, taiwanesische, englische Lieder, ein deutsches Gedicht, das frisch an diesem Tag geschrieben wurde, und eine Jamsession. Musik ist ein Werkzeug, um Menschen zusammenzubringen. Es überschreitet die gesprochenen Sprachen und Kulturen. Eine Teilnehmerin zum Beispiel erkundigte sich nach dem gespielten taiwanesischen Lied und sagte, dass sie das Lied liebte, obwohl sie den Text überhaupt nicht verstand.

Musik weckt auch Erinnerungen und symbolisiert Momente des Lebens. Wir hatten Lieder, die von Träume, den Regen und die Liebe einer Mutter handelten. Performer können die Gefühle wieder erleben; und das Publikum kann ein Stück vom Leben eines anderen teilen. Eine Zuhörerin antwortete nach dem Ereignis, dass sie merkte, wie viel mehr wir Musik und Kunst in unserem täglichen Leben brauchen.

Wir hatten auch eine Jamsession, wo ein Klavier, Kontrabass, Cajón und Schlagzeug zusammen kamen. Jamming erfordert keine Perfektion. Es stützt sich auf Interaktionen, Frage und Antwort. Migranten, die in Heidelberg ankommen, können genauso gut so jammen. Manchmal geht es nur um eine spontane Frage und eine mutige Antwort, um ein fantastisches Musikstück zu beginnen. Du kannst jederzeit fragen oder antworten.

Musik ist ein großartiges Werkzeug um die Sprachbarriere zu überwinden und Menschen zusammenzubringen. Wir hoffen, dass wir weitere Abende wie diesen veranstalten können, damit Musik und Interaktionen fließen können. Wie oft verbindet man sich mit Menschen? Zögert nicht, uns mitzuteilen, wann Ihr Räume für ein ähnliches Event benötigt. Wir können Euch helfen euer Projekt zu realisieren!



Ausstellung “Ankommen: Geschichten von Vielen”, Juni 2019

Dir wird eine Geschichte erzählt. Höre aufmerksam zu ohne die Geschichte zu kommentieren oder dazwischen zu sprechen. Kannst du das? Diese “active listening” Übung wurde zur Eröffnung der Ausstellung “Ankommen: Geschichten von Vielen” durchgeführt. Die Ausstellung fand im Mehrgenerationenhaus Heidelberg am 15. Juni und auf dem Adenauerplatz am 6. Juli im Rahmen der Road To_ Festivals statt. Geschichten zählen. Ein Fahrrad, ein Visum, ein Gebetsteppich und viele weitere persönlichen Gegenstände wurden gesammelt um Geschichten über das Ankommen zu erzählen. Die Ausstellung schaffte einen Rahmen für alle, sowohl Ausstellende als auch Besucher*innen über Ankunft zu reflektieren. So sammelten wir Lebensgeschichten von allen Teilnehmer*innen und ermöglichten einen Austausch. Erzähle auch du deine Geschichte!



15. startsocial Preisverleihung, Juni 2019

Am Montag den 3. Juni kam unsere startsocial Stipendienphase zum Abschluss in einer Preisverleihung im Bundeskanzleramt. Vier Monate wurden wir als Organisation von startsocial und ihren Expert*innen beraten und gecoacht, um unsere Arbeit effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Am Ende dieser Phase sind unsere Teammitglieder Clara und Mareike nach Berlin gereist und erhielten dort das startsocial Zertifikat von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Dr. Dieter Düsedau, dem Begründer des startsocial e.V., zur Würdigung unserer Arbeit. Wir sind stolz darauf eine von 25 Finalist*innen gewesen zu sein und gratulieren den diesjährigen Gewinner*innen! Danke an startsocial für diese wertvolle Erfahrung, die noch lange unsere Arbeit, den Stimmen von Migrant*innen Raum zu geben, fördern wird.

Die RNZ veröffentlichte einen Artikel über unsere Berlinreise, den man hier lesen kann.

Die nächste Bewerbungsrunde für das startsocial Stipendium hat begonnen und auch ihr könnt euch für eure Initiative bewerben: https://t.co/dWIltgaqbO

Foto: startsocial e.V./Thomas Effinger

Öffentlichkeitsarbeit-Sprechstunde

Neuen und auch bestehenden Initiativen fällt gute und nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit nicht einfach. Um Initiativen aus unserem Netzwerk an dieser Stelle zu unterstützen, kooperieren wir nun mit Plan W – Agentur für strategische Kommunikation und bieten individuelle Coachings an um gemeinsam langfristige Strategien für die Öffentlichkeitsarbeit zu entwickeln. Unsere Hubber Synergie, Über den Tellerrand Heidelberg und der Deutsch-Afrikanische Verein machen von dieser professionellen Beratung Gebrauch.
Wenn Du auch wissen willst, wie Du den öffentlichen Auftritt Deiner Initiative verbessern kannst oder konkrete Fragen zur Öffentlichkeitsarbeit in deinem Verein hast, dann nutze doch unsere Öffentlichkeitsarbeit-Sprechstunde! Alle Informationen zu den nächsten Terminen und zur Anmeldung findest du hier: https://www.facebook.com/events/1075414995991593/



Treffen des “Heidelberger Netzwerk für Flucht und Migration”, März 2019

Am 18. März fand ein weiteres unserer Netzwerktreffen statt. Es war ein toller Abend mit 25 Teilnehmenden aus 15 verschiedenen Organisationen, Initiativen und Projekten. Wir freuen uns, dass so viele da waren und möchten besonders unseren tollen Referent*innen danken: Johannah Illgner gab eine Einführung in die Arbeit von Plan W – Agentur für strategische Kommunikation, die Coaching in Kommunikationsstrategien anbietet;
Hanna Netzer stellte die Arbeit des Heidelberger Antidiskriminierungs-Büros HD.net-Respekt vor;
Georg Mildenberger (Reallabor Asyl) gab einen Überblick über die Ergebnisse des Reallabor-Forschungsprojekts über Geflüchtete und Ehrenamtliche in der Rhein-Neckar-Region;
und Jasper Schmidt (DAI Heidelberg) stellte das Begeisterhaus und den Weg dorthin, das Projekt “Road to__” vor.
Wir möchten auch Sindbad für das leckere Essen danken.

Bis zum nächsten Mal!



Un an tast bar: Theatre Workshop about Human Dignity, März 2019

Als Teil der Internationalen Wochen Gegen Rassismus organisierten wir am 16. März gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus Heidelberg einen Workshop zum Thema Menschenwürde. Es war ein voller Erfolg: bunt und vielfältig, inspiriert von unterschiedlichsten Stimmen und Lebenserfahrungen sowie gemeinschaftsverbindend: All das was gebraucht wird für eine Gesellschaft, die für Menschenwürde, Toleranz und Vielfalt einsteht. Danke an das Mehrgenerationenhaus Heidelberg für die tolle Kooperation und an alle, die teilgenommen haben!



Bewerbungswerkstatt Vorstellungsgespräche für Newcomer, Februar 2019

Wie bereite ich mich auf ein Bewerbungsgespräch vor? Was sind oft gestellte Fragen? Wie kann ich mich überzeugend präsentieren? Diese und weitere Fragen wurden in einer weiteren Auflage unserer “Bewerbungswerkstatt” zum Thema Vorstellungsgespräche am 16. Februar beantwortet. Die Teilnehmenden bekamen nicht nur hilfreiche Hinweise zum Thema, sondern konnten sich auch selber in einer konkreten Interview-Situation probieren und darauf Rückmeldungen bekommen. Danke an Bernd Nemetschek von Leimen ist Bunt e.V., der den Tag gestaltete und an alle, die da waren!



Broschüre: “Ankommen in Heidelberg”, Projekt im Frühjahr 2019

Wir freuen uns sehr, ein großes und spannendes Projekt vorstellen zu können! Gemeinsam mit dem Asylarbeitskreis Heidelberg, dem Caritasverband Heidelberg e.V., dem Diakonischen Werk Heidelberg und dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg erstellen wir eine Broschüre, die Neuankommende in Heidelberg über die wichtigsten Beratungs- und Freizeitangebote und andere Stellen und Organisationen informiert. Am 13. Februar hatten wir ein gemeinsames Treffen mit den Kooperationspartner*innen, wo wir uns auf den neusten Stand gebracht und die nächsten Schritte geplant haben. Bald mehr dazu!



Project: H&M Meets the World, Februar 2019

Wir sind Kooperationspartner von “H&M Meets the World Mannheim” – ein Tandemprojekt zwischen Migrant*innen und Mitarbeitenden von H&M. Ziel des Projektes ist der interkulturelle Austausch und die Förderung von Toleranz und Offenheit. So trafen sich die Teilnehmenden zum Beispiel für einen spaßigen Kochnachmittag am 5. Februar. Die große Abschlussveranstaltung wird am 11. April stattfinden – wir freuen uns darauf!



Stipendiatentag von Startsocial, Januar 2019

Cristiana und Iman hatten eine tolle Zeit am Stipendiatentag von Startsocial in Berlin am 11. Januar. Dort besuchten sie interessante Workshops über “impact measurement” und strategisches Planen. Auch der Austausch mit anderen tollen Initiativen aus ganz Deutschland war spannend. Vielen Dank an Starsocial e.V. für diese Erfahrung!

Bewerbungswerkstatt für Neuangekommene in Heidelberg, 2018

Was muss man beachten, wenn man sich für einen Job bewirbt? Wie sieht ein guter Lebenslauf aus? Was muss in ein Anschreiben rein? Um diese Fragen ging es in unserer Bewerbungswerkstatt am 15. Dezember im DAI Makerspace. Bernd Nemetschek von “Leimen ist bunt e.V.”, der den Workshop leitete, gab hilfreiche Tipps und Informationen und die Teilnehmenden konnten ihre eigenen Unterlagen direkt überarbeiten und verbessern. Vielen Dank an Herrn Nemetschek für die Workshopleitung und natürlich an alle, die gekommen sind. Auch an KochKultur ein Dankeschön für das leckere Mittagessen!

Workshop “Archives of Migration”, November 2018

Eine Schuluniform als Symbol für die Auslandserfahrung. Fotografien, die eine Familiengeschichte in Migration dokumentieren. Ein Tagebuch, das am Strand von Lampedusa gefunden wurde: Migration wird begleitet von Objekten und in ihnen reflektiert. Zusammen mit dem Lehrstuhl für Visual and Media Anthropology Heidelberg University organisierten wir am Samstag, 17. November den Workshop “Archives of Migration” bei uns im Makerspace des DAI. Akteur*inne aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Aktivismus diskutierten darüber, wie solche materiellen Objekte mit einbezogen und verwendet werden können, um Migrationserfahrungen begreifbar zu machen. Der Workshop war Teil der Kick-off Konferenz für das Forschungsnetzwerk “Entangled Histories of Art and Migration: Forms, Visibilities, Agents”. Es war ein spannender und produktiver Tag und wir freuen uns auf weitere Zusammenarbeit in der Zukunft!

Unser startsocial-Stipendium | Kick-off Veranstaltung in Frankfurt am Main, Oktober 2018

Wir freuen uns sehr, als eine von 100 Initiativen ausgewählt worden zu sein, die ein Stipendium von startsocial erhalten! startsocial ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen Engagements und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Startsocial möchte mit dem Stipendium den Wissenstransfer und die Vernetzung zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft erreichen. Am 31. Oktober waren wir zum Kick-off in Frankfurt a.M., wo wir wichtige Informationen über die Förderung erhalten haben, und schon einige andere geförderte Initiativen aus der Region kennenlernen konnten. Ab November erhalten wir dann eine viermonatige Beratung von zwei Fach- und Führungskräften, die sich ehrenamtlich bei startsocial als Coaches engagieren. Außerdem werden wir Teil des bundesweiten Netzwerks von sozialen start-ups, Initiativen und Firmen.  Wir sind sehr gespannt und freuen uns über diese tolle Chance!

Viertes Vernetzungstreffen des “Heidelberger Netzwerks für Flucht und Migration”, Oktober 2018

Unser viertes Vernetzungstreffen fand am Montag, 22. Oktober statt. Es war ein toller Abend, an dem 18 Heidelberg Initiativen teilgenommen haben, die sich mit Flucht und Migration beschäftigen. Während des Abends haben wir über interne Herausforderungen und Stärken der Initiativen gesprochen und uns über weitere Möglichkeiten der Kooperation mit der Stadt, sowie der Vertiefung unseres politischen Engagements ausgetauscht. Außerdem hatten wir eine Vertreterin der BASF zu Gast, die über Fördermöglichkeiten informiert hat. Die produktive und kooperative Atmosphäre des Abends war toll und wurde noch unterstützt durch das leckere Essen von Kochkultur. Vielen Dank an alle, die da waren!

Veranstaltung “Refugee’s Housing Problems in Heidelberg. What They Are and What Can Be Done!”, Oktober 2018

Eines der größten Probleme (nicht nur) für Migrant*innen ist in der Region Heidelberg die Knappheit an bezahlbarem Wohnraum. Deshalb haben wir am 15. Oktober städtische Akteure, Initiativen und Migrant*innen ins DAI Heidelberg eingeladen, um über “Wohnraumnot Geflüchteter in Heidelberg” zu sprechen. Migrant*innen konnten hier ihre persönlichen Erfahrungen von Diskriminierung und schlechten Wohnbedingungen schildern und von den vielen Herausforderungen erzählen, die sie tagtäglich erleben. Ausgehend von dieser Veranstaltung werden wir Teil des Wohnraumbündnis, um Migrant*innen darin zu vertreten. Außerdem werden wir eine Erklärung veröffentlichen, die über die schwierige Wohnsituation von Migrant*innen informiert und sensibilisiert. Außerdem wollen wir uns für das Konzept der “testing” renters einsetzen. Weitere Informationen dazu folgen!

KALEIDOSCOPE, März 2017

Das dreitägige KALEIDOSCOPE Projekt war eine Hörspiel-Schreibwerkstatt für Geflüchtete, die vom 31. März bis 2. April 2017 in Heidelberg stattfand. Teile des Teams von Migration Hub Heidelberg hatten die Leiter*innen des Projekts in Berlin getroffen und anschließend nach Heidelberg eingeladen. Wir kooperierten mit William und Charlotte Stirling und Liz Rigby, einer preisgekrönten BBC Radioautorin und Gründerin des BBC “Afghan radio drama”. Die 32 teilnehmenden syrischen Geflüchteten und Heidelberger*innen kreierten Hörspiele, die künstlerisch kraftvoll waren und Menschen darüber aufklärten, was es bedeutet heute ein*e Syrer*in zu sein. Die Teilnehmer*innen lernten wie sie ihre Geschichten, und die ihrer Familien, in der Form von vier 15 minütigen arabischen Hörspielen niederschreiben und präsentieren können. In Gruppen von acht arbeiteten sie zusammen an einem Skript. Das Hörspiel wurde aufgenommen und wird auf arabisch, und teilweise auf englisch und deutsch, im Radio der BBC und der syrischen Radiostation SouriaLi und weiteren englischen und arabischen Radiostationen im Nahen Osten ausgestrahlt.

Das KALEIDOSCOPE Projekt wird von UNHCR, UN WOMEN und OXFAM unterstützt.



Innovation Knows No Borders Conference, September 2017

Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne und dank lokaler Sponsoren in Berlin, konnten mehrere Ehrenamtliche des Migration Hub Heidelberg Teams und Mitglieder von Heidelberger Initiativen im Bereich Flucht und Migration für zwei Tage nach Berlin fahren. Genauer gesagt zu der “Conference for Civil Empowerment #InnovationKnowsNoBorders”, die am 21. September 2017 im Migration Hub Berlin stattfand. Das Ziel der Konferenz war, die innovative Kraft von und durch Migration zu zeigen. Die Redner*innen der 15 minütigen Impulse waren soziale Innovator*innen und geflüchtete Unternehmer*innen: Dashni Morad, Sängerin und Gründerin von Green Kids; Asem Hasna, 3D-Druck-Experte bei Refugee Open Ware; Abdul Rahman Al Ashraf, Gründer und Geschäftsführer von FreeCom; Mohamed Jimale, Gründer und Geschäftsführer von Ari.farm; Nat Ware, Gründer und Geschäftsführer von 180 Degrees Consulting; Fatuma Musa Afrah, Menschenrechtsaktivistin und Titus Molkenbur, Mitgründer und Head of Operations bei Jugend Rettet e.V. Wir waren alle sehr inspiriert und dankbar dafür, so eine diverse und motivierende Konferenz voller leidenschaftlicher und schlauer Menschen besuchen zu können.



Theatre play & workshop with Ellen Muriel, Dezember 2017

Nachdem die zwei Theateraufführungen von Ellen Muriels Stück “You, Me and the distance between us” im Dezember 2017 im TIKK Theater im Karlstorbahnhof Heidelberg bis zum letzten Platz belegt und großen Anklang gefunden hatten, kehrte die Schauspielerin und Dramatikerin im März 2018 nach Heidelberg zurück. Ellen schrieb die mitreißende autobiografische One-Woman-Show auf Grundlage ihrer Erfahrungen als Freiwillige entlang der europäischen Route der Geflüchteten, unter anderem auf Lesbos, in Idomeni und Calais. Das Stück besteht aus einer einzigartigen Mischung aus Theater, Puppenspiel und Gesang und belebt existentielle Fragen, die die Migration von Menschen umgeben, und ermutigt das Publikum ihre eigene Position darin zu überdenken.

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus veranstaltete Ellen zusammen mit dem Team des Migration Hub Heidelberg einen Wochenend Theater- und Empowerment-Workshop. Der Workshop war eine Möglichkeit für Frauen aus aller Welt – mit oder ohne Theatererfahrung- zusammen durch eine Kombination aus Theater, Musik und Tanz zu erkunden, wie sie ihre Körper und Stimmen nutzen können, um sich selbst auszudrücken, sich mit anderen Menschen zu vernetzen und Geschichten zu erzählen ohne dieselbe Sprache zu sprechen. Die zwei Tage waren voller Spiele, Bewegungsimprovisation, Bodypercussion und Gesang.

UN Global Compact, March 2018

Am 8. März durften wir zum ersten mal an der Gestaltung globaler Prozesse teilhaben!  Die Bertelsmann Stiftung und die Robert Bosch Stiftung gemeinsam zu einem spannenden Barcamp der in Deutschland aktiven Zivilgesellschaft in den Bereichen Flucht, Migration und Entwicklung im Migration Hub Network ein und wir waren mit dabei. Im Zentrum standen der Global Compact for Migration und der Global Compact on Refugees.

Im Rahmen des Barcamps und eines Seminars wurden zahlreiche Impulse erarbeitet, die im Anschluss mit Vertreter*innen verschiedener Bundesressorts auf einer Podiumsdiskussion diskutiert wurden. Wir konnten viele neue Akteur*innen aus dem Bereich kennenlernen und es sind tolle Ideen für zukünftige Kooperationen entstanden!